Tipps zur Auswahl einer kontrollierten manuellen Raumlüftung

Veröffentlicht am 7 Mrz, 2019

Der Fachmann spricht meist kurz von KWL, wenn es um eine kontrollierte mechanische Belüftung von Räumen geht. Die Auswahl ist schwierig, da verschiedene Systeme miteinander konkurrieren. Der Markt bietet Einzelgeräte und Zentralgeräte an die als Abluft-, Zuluft-, Zu- und Abluftsystem mit und ohne Wärmerückgewinnung arbeiten. Bitten Sie unbedingt einen Fachbetrieb, Ihnen bei der Auswahl zu helfen.

Wieso braucht man KWL?

Der Austausch der Raumluft ist nötig, um die Bewohner mit Sauerstoff zu versorgen und die Luftfeuchtigkeit zu senken. In modernen gut isolierten Häusern reicht das Lüften über die Fenster oft nicht aus. Außerdem ist es mühsam mehrmals am Tag die Fenster weit zu öffnen. Hinzukommt ein beträchtlicher Energieverlust, wenn Sie bei frostigen Außentemperaturen lüften. 

Die KWL tauscht in der Regel die Raumluft bei Bedarf zügig aus. Diese Art des Lüftens ist effizienter als das manuelle Öffnen von Fenstern.

Abluftsystem ohne Automatik

Diese Systeme sind seit Jahren in Feuchträumen ohne Fenster verbreitet. Sie schalten sich in der Regel durch Betätigen des Lichtschalters ein und laufen noch einige Zeit nach, wenn das Licht wieder ausgeschaltet ist. Bei diesen Systemen befördert ein Ventilator die feuchte Luft nach außen. Luft aus anderen Räumen ersetzt die auf diese Art entnommene Luft. 

Abluftsystem mit Feuchtigkeitssensor

Diese Systeme messen die Luftfeuchtigkeit über ein Hygrometer. Sobald die Feuchtigkeit einen Grenzwert übersteigt, pumpt der Ventilator die feuchte Luft nach draußen. Derzeit sind zwei Systeme auf dem Markt. Die einfache Ausführung misst nur die Feuchtigkeit der Raumluft, die komplexeren Modelle messen auch den Wassergehalt der Außenluft.

Wichtig: Systeme die lediglich entlüften, erzeugen einen Unterdruck im Haus. Dies kann zu schwerwiegenden Problemen mit Gasöfen und mit raumluftabhängigen Kaminöfen führen. Sprechen Sie mit einem Schornsteinfeger oder einem Ofensetzer über diese Problematik.

Zu- und Abluftsysteme

Diese sind in mehrfacher Hinsicht die ideale Lösung. 

  • Ein Unterdruck kann nicht entstehen, da das System dem Raum gleichzeitig Luft zu- und abführt.
  • Die Zufuhr der Zuluft erfolgt kontrolliert. Es besteht beispielsweise die Option, bei einem Haus, das an einer stark befahrenen Straße steht, sauberere Luft hinter dem Haus in die Räume zu pumpen, statt die schmutzige Luft des Straßenbereichs zu verwenden. Auch eine Filterung der Zuluft ist möglich.
  • Üblicherweise entnimmt eine Wärmepumpe der Abluft Heizenergie und erwärmt damit die Zuluft. Die sogenannte Wärmerückgewinnung senkt die Heizkosten.

Bei kleinen Räumen ohne Fenster, wie einem Badezimmer reicht ein reines Abluftsystem aus, das über den Lichtschalter gesteuert wird. In Räumen mit Fenster sollte die Steuerung über die Raumluftfeuchte erfolgen, denn eine manuelle Bedienung wird oft vergessen. Wir empfehlen bei kompletten Wohneinheiten, beim Betrieb von Gasherden oder Kaminöfen eine KWL zu verwenden, die Zu- und Abluft regelt sowie mit Wärmerückgewinnung ausgestattet ist.